Von Trugbildern und Staatenmonstern – Vernissage von Lutz Rubarth

Ausstellungseröffnung im Torhaus in Münster

Mein Freund Lutz Rubarth hatte mich eingeladen, heute Vormittag an seiner Vernissage in der Torhaus-Galerie Münster teilzunehmen, von der ich Euch hier ein paar Eindrücke vermitteln möchte. Das Torhaus war früher Teil der ringförmigen Befestigung der Stadt Münster und stellt mit seinem klassizistischen Charme einen spannenden Rahmen für die Ölgemälde von Lutz dar. Entsprechend gut besucht war die Eröffnung der Ausstellung: Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, etwas über die Motivationen des Künstlers zu erfahren und sich den gezeigten Bildern auch in der Diskussion mit ihm anzunähern.

 

Surreale Trugportraits fordern die Wahrnehmung heraus!

Vernissage Lutz Rubarth (16.11.2014) Vernissage Lutz Rubarth (16.11.2014)

Die erste Serie der Ausstellung zeigt silhouettenhafte Trugbilder, die auf den ersten Blick ikonischen Portraits von u.a. Sophie Scholl, Friedrich Nietzsche oder Jimi Hendrix nachgebildet sind, sich aber beim zweiten Hinsehen in eine Vielzahl surrealer Objekte auflösen. Die Wahrnehmung wird ständig von der erkannten Persönlichkeit zum jeweiligen Detail (meist schräge, unglaubliche Lebewesen und verzerrte, fließende Gegenstände) hin und hergeworfen.

 

Monströse Staatengnome machen Münster unsicher!

Vernissage Lutz Rubarth (16.11.2014)

Nein, nicht Angela Merkel ist in der Stadt – als zweite Serie stellt Lutz die ‘Brave News World’ aus, in der er auf Zeitungsseiten aus aller Welt anhand von Charakterstudien in Öl die jeweiligen Länder auf eine ganz besondere Weise portraitiert: Sie werden in Form kleiner stereotyper Monster mit vermeintlich landestypischen Attributen wiedergegeben, was dem Betrachter eine durchaus kritische aber stets auch pointierte Auseinandersetzung mit deren staatlichen Besonderheiten ermöglicht.

 

Gemäldeausstellung noch bis Ende des Jahres in Münster

Die gelungene und vielseitige Ausstellung im Torhaus (Neutor 2, Münster) solltet Ihr Euch unbedingt ansehen! Sie ist noch bis zum 19. Dezember 2014 geöffnet (Mo.-Fr., 10:00-12:30 Uhr und So., 14:00-18:00 Uhr). An den Sonntagen könnt Ihr Lutz meist selbst dort antreffen und ihn zu seinen Arbeiten befragen! Wer mehr von den Gemälden von Lutz Rubarth sehen will, schaut sich am besten in aller Ruhe seine Homepage an: www.lutz-rubarth.de

 

Surrealismus in der Fotografie

Ihr vermisst den fotografischen Bezug in diesem Beitrag? Ganz klar, in diesem Beitrag geht es um den Blick über den Tellerrand hinüber zur Malerei. Aber schaut Euch einmal die Fotos von Man Ray an, der sich mit seiner Fotografie in der 1920ern und 1930ern als einer der ersten zwischen Surrealismus und Dada bewegt hat.
Welche weiteren Fotografinnen und Fotografen gehören für Euch noch dazu? Kennt Ihr vielleicht sogar Fotos, in denen Ihr das Prinzip des Trugbilds, das Lutz Rubarth oft in seinen Bildern verwendet, wiedererkennt?

 

Alle Rechte an den auf dieser Seite abgebildeten Gemälden liegen bei Lutz Rubarth, der mir die Veröffentlichung für diesen Beitrag freundlicherweise ermöglicht hat.

Das bin ich:
In Flensburg direkt an der Ostsee geboren, lebe ich inzwischen als Fotograf in Münster (NRW). Neben starken Bildern liebe ich rockbare Musik mit rauen Stimmen, nussiges Pistazieneis und Krimis mit guten Hintergrundstories.